Die Reformation in Teltow

Die Reformation in Teltow

Die Teltower Andreaskirche heute (Foto: Gbeckmann, Quelle: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6068877)

Während wir über die Reformation in den größeren Städten der Mark vergleichsweise viel wissen, ist über den kirchlichen Wandel in kleineren Städten oder in den Dörfern nur wenig bekannt. Wie wenig wir wissen, kann das Beispiel Teltow zeigen. Um 1500 war Teltow eine kleine Stadt mit einigen hundert Einwohnern im weltlichen Herrschaftsbereich des Brandenburger Bischofs. An religiösen Einrichtungen gab es die Pfarrkirche St. Andreas mit ihrem geistlichen Personal und Stiftungen sowie den „Kaland“, eine Priesterbruderschaft.

Wie die Reformation in Teltow Fuß fasste und zu welchen Veränderungen sie führte, wissen wir nicht. Erstmals aktenkundig wird die reformatorische Umgestaltung durch die Visitation 1546: Die Visitatoren verzeichneten den kirchlichen Besitz und die Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde und begannen, die kirchliche Organisation und das kirchliche Leben zu verändern. Die wohl wichtigste Maßnahme war die Einrichtung eines „[all]gemeinen Kastens“: Aller Besitz und alles Einkommen der Kirche sollte in eine Kasse fließen, und alle Ausgaben sollten aus dieser Kasse bestritten werden. Die Verwaltung des Kastens würden den Stadtbürgern übertragen, die so in die Verantwortung für die Kirche genommen wurden. Die zweite wichtige Maßnahme der Visitatoren war die Bestimmung eines Pfarrers: In Teltow hatte bislang ein zum evangelischen Glauben neigender Vikar den altgläubigen Pfarrer vertreten; dieser Kaspar Tornow wurde nun Pfarrer.

In der Folgezeit entwickelte sich das kirchliche Leben in Teltow im Sinne dieser begonnenen reformatorischen Umgestaltung. Wir haben nur wenige Indizien dafür, die aber in dieselbe Richtung weisen: Die Teltower Pfarrer und Schulmeister studierten an reformatorischen Universitäten – in Wittenberg oder in Frankfurt (Oder); wer aus Teltow studieren ging, zog zu einer dieser beiden Universitäten; die Teltower Pfarrer waren verheiratet. Wahrscheinlich spielte sich der reformatorische Umbruch hier ähnlich ab wie vielerorts in der Mark Brandenburg: Vorbereitet durch Sympathisanten der Reformation und verwirklicht durch die kurfürstliche Religionspolitik, vollzog sich seit den 1540er Jahren ein allmählicher Wandel, der zuerst die kirchlichen Organisationsstrukturen erfasste und dann nach und nach auch die Menschen und sie in eine neue religiöse Lebenswelt hineinwachsen ließ.