„Ey nit Koppa, nit Koppa“ (1530)

„Ey nit Koppa, nit Koppa“ (1530)

Georg von Brandenburg-Ansbach (https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48641312)

Die Reformation wurde von unterschiedlichen Gruppen getragen. In der Regel fasste die reformatorische Bewegung zuerst in der Bevölkerung Fuß. Aber auch die weltlichen Obrigkeiten – vom städtischen Rat über den regionalen Adel bis zu den Territorialherrschern – sympathisierten in vielen Gegenden mit ihr. In Brandenburg waren die Territorialherrscher Hohenzollern. Der brandenburgische Kurfürst Joachim I. war ein Gegner der Reformation. Das machte er auch bei den Reichstagen der 1520er Jahre deutlich: In Worms 1521 und in Augsburg 1530 gehörte er zu den Befürwortern einer harten Linie gegen die Luthersympathisanten. Unterstützung fand er bei seinem Bruder Albrecht, der Erzbischof von Magdeburg und Mainz und damit Kurfürst und Reichserzkanzler war.

Diesen beiden brandenburgischen Hohenzollern standen innerhalb der Familie aber auch Reformationsanhänger gegenüber. Joachims Frau Elisabeth bekannte sich seit 1528 offen zur Reformation, genauso die Verwandtschaft aus der fränkischen Linie der Hohenzollern, die Territorialherrscher in Franken und seit 1525 im Herzogtum Preußen waren. Für die Reformation im Kurfürstentum Brandenburg sollten diese fränkischen Hohenzollern wichtig werden. Vor allem die von Markgraf Georg begonnene kirchliche Neuordnung in der Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach wurde vorbildhaft für Kurbrandenburg. Dieser Markgraf trägt den Beinamen „der Fromme“, und sein Leben und Wirken zeigt exemplarisch die Dynamik und Überzeugungskraft der Reformation. Eine Szene kann das verdeutlichen.

Auf dem Augsburger Reichstag 1530 hatte Kaiser Karl V. von den Reformationsanhängern gefordert, evangelische Predigten zu unterlassen. Markgraf Georg soll sich daraufhin vor dem Kaiser niedergekniet und gesagt haben: „Ee er Got und sein wort verlaßen oder laugnen wolt, wolt Ime [Georg] Er [der Kaiser] alsbald den kopff abslagen laßen“. Darauf habe der Kaiser, der kaum Deutsch konnte, wohl aber verstanden hatte, was da gerade gesagt worden war, entsetzt geantwortet: „Ey nit Koppa, nit Koppa“ [Ei, nicht Kopf ab, nicht Kopf ab] – und ließ fortan im Umgang mit den Reformationsanhängern, die bereit waren für ihren Glauben ihr Leben zu geben, etwas mehr Vorsicht walten.